Die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr
Allgemeines

Im Jahre 1971 stiftete der damalige Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Leistungsspange der DJF Albert Bürger, eine Anstecknadel, die Leistungsspange.

Sie soll ein Prüfstein, eine Auszeichnung und nicht zuletzt der Dank für junge Menschen sein, die sich schon frühzeitig als Einzelne in eine Gemeinschaft und ihre Ordnung einfügen, in ihr Verantwortung und Pflichten übernehmen und sich zur praktischen Hilfstätigkeit für ihre Mitmenschen vorbereiten.

Die Leistungsspange kann im Laufe seiner Jugendfeuerwehrzeit von jedem Mitglied einer Jugendfeuerwehr erworben werden, das seit mindestens einem Jahr Mitglied der Jugendfeuerwehr ist. Das Abzeichen darf nach dem Erwerb an der Uniform getragen werden – auch (und gerade!) nach der Übernahme in die Einsatzabteilung.

Bedingungen zum Erwerb der LSP

Die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr erfordert fünffache Leistung innerhalb der taktischen Gliederung der Löschgruppe.

Die Leistungsbewertung erstreckt sich auf gute persönliche Haltung, geordnetes und geschlossenes Auftreten, auf Schnelligkeit und Ausdauer, auf Körperstärke und Körpergewandtheit, auf ausreichendes feuerwehrtechnisches und allgemeines Wissen und Können.

In allen Sparten wird eine erfolgversprechende Gemeinschaftsleistung der Gruppe gefordert, wobei der Stärkere dem Schwächeren hilft.

Die Gruppen treten zur Leistungsbewertung im Übungsanzug der DJF mit Schutzhelm und festem Schuhzeug an. Bei den feuerwehrtechnischen Übungsteilen sind Schutzhandschuhe zu tragen. Das Kugelstoßen und der Staffellauf werden in Sportzeug (Spikes- und Stollenschuhe nicht zulässig) durchgeführt.

SchnelligkeitsübungDie Schnelligkeitsübung verlangt das vorschriftsmäßige Verlegen und Kuppeln einer Schlauchleitung aus 8 Längen doppelt gerolltem C-Druckschlauch durch die gesamte Gruppe unter dem Kommando des eingeteilten Gruppenführers in einer Mindestzeit von 75 Sekunden.

Die Übung beginnt an der Startlinie, an der die Gruppe in Linie zu einem Glied hinter den Rollschläuchen Aufstellung genommen hat. Die Übung endet nach erfolgtem Auslegen der Schlauchleitung an der Ziellinie, sobald die Gruppe dort wieder in Linie zu einem Glied Aufstellung genommen hat.

Die Leistung ist erreicht wenn die Schlauchleitung ohne Verdrehung gut ausgezogen und vorschriftsmäßig, jeweils von zwei Mann gekuppelt, in der vorgeschriebenen Zeit verlegt worden ist

KugelstoßenBeim Kugelstoßen ist eine Kugel durch je einen Stoß aller neun Angehörigen einer Gruppe insgesamt 55 Meter weit zu stoßen. Die männlichen Bewerber haben dabei eine Kugel von 4 kg Gewicht und die weiblichen Bewerber eine Kugel von 3 kg Gewicht zu verwenden. Die Kugel ist jeweils bei Jungen und Mädchen zu wechseln.

Möglichkeit 1: Die Übung beginnt an der Startlinie. Der Nächste stößt jeweils ohne Anlauf (max. zwei Schritte) von dort aus, wo die Kugel aufgetroffen ist. Mit dem letzten Stoß muß mindestens die 55-Meter-Marke erreicht werden, wenn die Leistung erfüllt sein soll.

Möglichkeit 2: Die Gruppe stößt immer von derselben Startlinie aus. Zwei Schritte Anlauf sind gestattet. Die erreichten Werte werden jeweils addiert. Nach Beendigung der Disziplin müssen die 55 Meter erreicht sein.

Die abgesicherte Bahnbreite beträgt acht Meter, die Bahnlänge mindestens 15 Meter. Der Veranstalter muß den Teilnehmern in geeigneter Form mitteilen, auf welche Art das Kugelstoßen durchgeführt wird.

Der Staffellauf erfordert das Durchlaufen einer Strecke von 1.500 Metern durch alle neun Angehörigen der Gruppe in beliebig einzuteilenden Teilstrecken. Als Stafette dient ein Staffelholz.

Der Lauf beginnt mit dem ersten Läufer an der Startlinie. Die übrigen Läufer werden ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend für längere oder kürzere Laufstrecken auf der 1500-Meter-Bahn verteilt.

Jeder Läufer darf nur einmal eingesetzt werden. Bei jedem Wechsel ist das Staffelholz dem nächsten Läufer zu übergeben. Der letzte Läufer muß zur Erfüllung der Leistung das Staffelholz spätestens nach 4 min 10 s durch das Ziel tragen.

Der Löschangriff wird ohne Wassergabe nach den Richtlinien der Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 (FwDV 3) durchgeführt.Löschangriff

Folgende Bedingungen sind einzuhalten:

– ohne Bereitstellung
– Wasserentnahme offenes Gewässer
– vier Saugschläuche
– doppeltgerollte C-Schläuche
– zügige Vornahme von drei C-Rohren

Jede Gruppe legt das benötigte Gerät vor Beginn des Löschangriffs selbst neben der Tragkraftspritze bereit.

Bei der Fragenbeantwortung haben alle Angehörigen der Gruppe Fragen aus folgenden Gebieten zu beantworten:

– Organisation der Feuerwehr
– persönliche Ausrüstung
– Geräte, Löschmittel und Löschverfahren der Feuerwehr
– Unfallverhütung
– Gesellschafts- und Jugendpolitik

Bewertung der Übungen

Die Bewertung erfolgt durch den Abnahmeberechtigten der DJF und die fünf Wertungsrichter. Die Wertungsrichter müssen praktische Erfahrung besitzen und die Richtlinien für den Erwerb der Leistungsspange beherrschen. Jeder Wertungsrichter ist für einen Wertungsteil zuständig. Für die Durchführung der Leistungsbewertung werden zusätzlich mindestens benötigt:

– 1 Zeitnehmer für die Schnelligkeitsübung
– 1 Zielrichter für das Kugelstoßen
– 1 Zeitnehmer für den Staffellauf
– 3 Bewerter für den Löschangriff

Die Leistungen in den einzelnen Übungen werden bewertet von:

– Wertungsrichter 1 – Schnelligkeitsübung
– Wertungsrichter 2 – Kugelstoßen
– Wertungsrichter 3 – Staffellauf
– Wertungsrichter 4 – Löschangriff
– Wertungsrichter 5 – Fragenbeantwortung

Im Bewertungsblatt wird für die fünf Übungen und für den Gesamteindruck der Gruppe eine Punktezahl durch den jeweils zuständigen Wertungsrichter eingetragen. Die Punktezahl (0-4) ergibt sich aus der erbrachten Leistung. Bei der Schnelligkeitsübung, beim Kugelstoßen und beim Staffellauf ist die Punkteskala 0-4 den erzielten Werten zugeordnet.

 

                 Punkte      Schnelligkeitsübung            Kugelstoßen              Staffellauf
      0                 über 75 s                unter 55 m             über 4:10 min
      1                66 bis 75 s                55 bis 59 m            4:10 bis 3:55 min
      2                61 bis 65 s                60 bis 64 m           3:54 bis 3:40 min
      3                55 bis 60 s                65 bis 70 m            3:39 bis 3:25 min
      4                unter 55 s                 über 70 m             unter 3:25 min

Beim Löschangriff wird vom Wertungsrichter 4 nach Anhörung der Bewerter die Gruppenleistung bewertet und als Punktezahl (Übung und Gesamteindruck) eingetragen.

Bei der Fragenbeantwortung wird vom Wertungsrichter die Gruppenleistung bewertet und als Punktezahl eingetragen.

Jeder Wertungsrichter für sich beurteilt den Gesamteindruck der Gruppe. Der Durchschnittswert (Wertungen geteilt durch fünf) wird als Punktezahl eingetragen.

Folgende Punktwertung ist dabei anzuwenden:

 

Punkte Beurteilung
0 mangelhaft/nicht bestanden
1 genügend/bestanden
2 befriedigend/befriedigend beastanden
3 gut/gut bestanden
4 sehr gut/sehr gut bestanden

Die einzelnen Punktezahlen der fünf Übungen und der Durchschnitt des Gesamteindruckes werden addiert und ergeben die Gesamt-Punktezahl. Es müssen insgesamt mindestens 10 Punkte erreicht werden.

Die Gruppe scheidet aus, wenn

– die Gruppe weniger als 10 Gesamtpunkte erreicht hat. Die gesamte Übung kann frühestens nach vier Wochen wiederholt werden.Verleihung

– der Gesamteindruck der Gruppe mangelhaft ist.

– eine 0-Wertung des Löschangriffs oder der Fragenbeantwortung vorliegt.
Bei Erreichen einer Punktezahl von 10 Punkten darf die Disziplin, bei der die Gruppe mit 0 Punkten bewertet wurde, auf der gleichen Veranstaltung wiederholz werden.

Bei einer 0-Wertung des Löschangriffs oder der Fragenbeantwortung kann die Bewertung erst nach vier Wochen wiederholt werden.

Die Teilnehmer der Leistungsbewertung erkennen die Entscheidung des Abnahmeberechtigten der DJF und der fünf Wertungsrichter an.

Richtlinien der Leistungsspange zum Download (pdf-Dokumente)

Folgende Dateien stammen im Original vom Server der Deutschen Jugendfeuerwehr:

– Leistungsspange – Richtlinien
– Leistungsspange – Durchführung

Die Dateien findet ihr in unserem Downloadbereich.

Organisation der LSP-Abnahme
Auf der Ebene des ehemaligen Landkreises Hannover treten Jahr für Jahr rund 40 Gruppen an, um die heißbegehrte Leistungsspange zu erwerben.

Damit überhaupt ein reibungsloser Ablauf einer Veranstaltung in dieser Größenordnung gewährleistet sein kann, ist die Führungsriege der Regionsjugendfeuerwehr auf die tatkräftige Mitwirkung und die Erfahrung der Funktionsträger und der an den Wettbewerben interessierten Betreuer aus den Stadt- und Gemeindejugendfeuerwehren angewiesen.

Dabei bildet die Regionsjugendfeuerwehr die Schnittstelle zwischen den Abnahmeberechtigten der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr einerseits und der jeweils ausrichtenden Stadt- bzw. Gemeindejugendfeuerwehr andererseits.

Wie auch beim Bundeswettbewerb ist der Fachbereichsleiter Wettbewerbe einer der Verantwortlichen für die ordentliche Organisation der jährlich stattfindenden LSP-Abnahme.

Hast Du Fragen zum Thema Wettbewerb oder Leistungsspange?

Dann wende Dich bitte direkt an die Regionsjugendfeuerwehr. Die entsprechenden Adressen findest Du im Impressum. Wir würden uns freuen, wenn wir Dir weiterhelfen könnten. Weitere Informationen beim Fachbereichsleiter:

Lars Hedwig
Fachbereichsleiter Wettbwerbe
lars.hedwig@jugendfeuerwehr-hannover.de